23.
Oktober

Ein Immobilienfonds bündelt das Kapital mehrerer Anleger, um es in Immobilien anzulegen. Während andere Investmentfonds in Aktien oder Anleihen investieren, kaufen Immobilienfonds Häuser oder Grundstücke auf – oder errichten Neubauten. So legen sie das Kapital ihrer Eigner zum Beispiel in Einkaufszentren, Büros oder Wohnungen an. Der einzelne Anleger erhält ein Zertifikat, das seinen Anteil am gesamten Fondsvermögen repräsentiert.

Was sind Immobilienfonds?

Mit dem Kapital von Immobilienfonds werden zum Teil ganze Stadtteile gebaut. Viele der großen Bürohochhäuser in New York, London oder Frankfurt am Main gehören ihnen. Aus regelmäßigen Mieteinnahmen sowie Wertsteigerungen ergibt sich die Rendite. Viele Immobilienfonds richten ihren Fokus auf Objekte in einer bestimmten Region. Dennoch werden die Anteile oftmals global zum Verkauf angeboten. Investoren können aus Berlin, Beijing oder Moskau stammen, ohne dass das wirklich einen Unterschied machen würde. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten: Es gibt offene und geschlossene Immobilienfonds.

Geschlossene Immobilienfonds: gezielte Investitionen

Ein geschlossener Fonds investiert in der Regel in ein ganz bestimmtes Objekt, um es zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn zu verkaufen. Zumeist richten sich diese Fonds nur an eine begrenzte Gruppe von Anlegern. Die investieren dann zum Beispiel Millionensummen in die Errichtung eines neuen Einkaufszentrums oder die Renovierung eines Luxus-Hotels. Sobald alle Anteile verkauft sind, kommen keine weiteren Teilhaber mehr hinzu. Oft sind diese geschlossenen Immobilienfonds außerdem auch zeitlich befristet.

Geschlossene Fonds sind langfristige Kapitalanlagen. Sie werden nicht an der Börse gehandelt. Und vor Ablauf der Laufzeit können sie nicht zurückgegeben werden. Anleger können mitunter erst nach Jahrzehnten wieder aussteigen, nämlich dann, wenn die Immobilie verkauft wird. Das bedeutet für den Anleger ein relativ hohes Risiko, denn seine Investition ist an den langfristigen Erfolg einer bestimmten Immobilie gebunden. Geht das Hotel oder Shopping-Center aber Konkurs und muss mit Verlust verkauft werden, dann ist auch das Geld für immer dahin.

Offene Immobilienfonds: die flexible Variante

Im Gegensatz zu den geschlossenen besitzen offene Fonds eine Vielzahl von Objekten. Das Risiko wird dadurch breit gestreut. Bleiben an einer Stelle Einnahmen für Miete oder Verkauf aus, kann das von anderen Objekten ausgeglichen werden. Generell kann sich jeder private Anleger an einem offenen Fonds beteiligen. Seinen Anteil kann er zum Beispiel bei einer Bank kaufen. Es gibt aber auch Immobilien-Spezialfonds, die sich vor allem an institutionelle Investoren richten.

Die Höhe der ausgegebenen Anteile ist nicht begrenzt. Das heißt: Wenn viele neue Eigner dazukommen, steigt das gesamte Fondsvermögen. Dann kauft die Fondsgesellschaft weitere Immobilien hinzu. Die Laufzeit ist üblicherweise ebenfalls unbegrenzt. Ein Anleger kann also jederzeit Anteile kaufen oder verkaufen.

Die Anleger profitieren von regelmäßigen Ausschüttungen. Das ist eine Art Zinszahlung. Sie stammt im Wesentlichen aus Mieteinnahmen abzüglich der anfallenden Verwaltungskosten. Der Anteilseigner kann von seinen Gewinnen aber auch weitere Fondsobjekte erwerben. Dann erhöht sich das Fondsvermögen insgesamt weiter. Bei einem geschickt gemanagten Immobilienfonds kann die Rendite sehr hoch sein. Höher als zum Beispiel bei festverzinslichen Wertpapieren.

Beliebt bei privaten Anlegern

Immobilienfonds sind zurzeit beliebt als private Geldanlage. Das liegt vor allem an den nach wie vor niedrigen Zinsen. Es gibt einfach kaum ähnlich lukrative Alternativen. Besonders gefragt bei privaten Kleinanlegern sind offene Immobilienfonds, denn die zeichnen sich durch niedrige finanzielle Hürden aus. Bei vielen Anbietern kann man auch schon mit kleinen Summen von wenigen Hundert Euro einsteigen. Doch die haben meist auch einen Nachteil: Die Kauf- und Verwaltungskosten sind recht hoch im Vergleich zur erwarteten Rendite. Außerdem können offene Immobilienfonds starken Schwankungen unterliegen. Das Risiko ist also hoch.

Anleger sollten genau hinschauen. Bevor man in einen Fonds investiert, sollte man unbedingt dessen Performance der letzten Jahre prüfen. Experten raten dazu, alle verfügbaren Quellen zur Recherche zu nutzen. Das sind zum Beispiel die Jahres- und Halbjahresberichte des Fonds, aber auch allgemeine Anleger-Informationen und nicht zuletzt Gespräche mit professionellen Beratern.

Foto: Fotolia © sasinparaksa

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